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Forschungsinstitut Brenner-Archiv
Universität Innsbruck
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Dr. Georg Ott

Ehrensenator der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Langholzweg 12

D-88212 Ravensburg

E-Mail: georg.ott.ravensburg@t-online.de

Biographisches

Im Greinz-Archiv sind die über Rudolf Greinz erschienenen biographischen Beiträge in ihrer zeitlichen Reihenfolge gesammelt. Dabei wird u. a. auf die Werke verwiesen, in denen Kurz-Biographien abgedruckt sind. Zeitlich eingeordnet sind Nachschlagwerke, Literatur-Lexika, Almanache, u.a. das Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Vita und Schaffen von Greinz sind seit Jahren über das Internet abrufbar.

 

 

 

 

 

Die frühesten biographischen Notizen reichen in die Gymnasialzeit von Greinz zurück. Ab dem Jahre 1889 - er war gerade 23 Jahre alt - erschienen schon erste Artikel über Vita und Werk des jungen Schriftstellers. Unter dem Titel „Das Wunderkind Tirols“ bespricht ein Anonymus in eher sarkastischem Ton einige der bis dahin gedruckten Werke von Greinz. Zur gleichen Zeit befasst sich u.a. S. M. Prem ausführlich mit den „Schriften von R. H. Greinz“.

Von da an veröffentlichen Fach-/, Zeitschriften und Zeitungen Berichte über Greinz, häufig Buchbesprechungen, die mit biographischen Notizen verbunden waren.

 

Nach den „Wiener Mitteilungen aus dem Gebiete der Literatur …“ vom  1. August 1908 hatte  Greinz „als volkstümlicher Erzähler und Humorist nicht nur bei seinen Landsleuten, sondern auch draußen im Reiche einen Ruf erlangt, der demjenigen eines Anzengruber und Rosegger kaum nachsteht, deren Wesen mit seiner Geistesart ja vielfach übereinstimmt.“

 

Ähnlich euphorisch liest sich der Beitrag von Alois Brandl, „Aus dem tirolischen Geistesleben“, erschienen in „Das literarische Echo, Halbmonatsschrift für Literaturfreunde“, II. Jahrgang, Heft 3 vom 1. November 1908.

 

Eine besondere Variante der frühen, mit Tirol verbundenen biographischen Hinweise findet sich in einem Brief des Dichter-Kollegen A. De Nora (Pseudonym des bayerischen Arztes und Schriftstellers Dr. Anton Alfred Noder). Dieser schreibt unter dem 2. Jan. 1909 an Greinz: „… meine Frau hat den Eindruck gewonnen, dass Sie gar nicht so >tirolerisch< d. h. also ganz kultiviert aussehen, weil sie wahrscheinlich bisher der Ansicht war, alle >echten< Tiroler müssten ausschauen wie der Andreas Hofer auf dem Feigenkaffee … Sie haben sich demnach besser als Ihr Ruf gezeigt …“ (!?)

 

Am 1. Oktober 1910 widmete „Die Quelle“, Monatsschrift für Literatur, Kunst und Theater, dem Dichter eine „Rudolf  Greinz - Nummer“. Zeitgleich melden sich auch kritische Stimmen. So schreibt Ludwig von Ficker, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift „Brenner“, am 17. November 1910 an seinen Dichterfreund Carl Dallago: „Was sagst Du zu unserem Paradeschwein in Tirol? Zu Rudolf Greinz? … Seine >Thurnbacherin< wurde vor kurzem am Münchner Volkstheater aufgeführt und von der Kritik förmlich in den Himmel gehoben. Man wird sich also mit diesem poetischen Karnikel noch gründlicher befassen müssen.“ Hintergrund dieser nicht gerade schmeichelhaften Einschätzung war die Konkurrenz des „Brenner“ zum „Föhn“, einem ab 1909 in Tirol verlegtem literarischem Organ, sowie zu der in München von Georg Hirth herausgegebenen „Jugend“. An beiden letzt genannten Zeitschriften hat Greinz mitgearbeitet.

 

Zum 60. Geburtstag von Greinz erschien eine Reihe von Biographien, in denen Leben und Schaffen des Dichters gewürdigt worden sind. Im L. Staackmann Verlag brachte Dr. Paul Rossi unter dem Titel „Rudolf Greinz - Der Mann und das Werk“ eine annähernd 80 Druckseiten starke, mit Fotos geschmückte Biographie heraus. Dazu ist ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen Biograph und Dichter eigens archiviert. Beachtlich ist ferner die in verschiedenen Zeitungen veröffentlichte Arbeit von Egbert Delpy. Die Verlags-Autoren von Staackmann widmeten Greinz zu dessen 60. Geburtstag eine Kassette mit persönlichen Glückwünschen.

 

Anlässlich der weiteren runden und halbrunden Geburtstage von Rudolf Greinz wie auch zu seinem Todestag erschienen jeweils Beiträge, die in eigenen Ordnern des Archivs abgelegt sind. Nach dem Tod von Greinz hat dessen Schwiegersohn, Professor Dr. Stefan Ott, der wohl beste Kenner des Dichters, eine umfangreiche Würdigung geschrieben. Der Aufsatz ist unter dem Titel „Aus dem Leben und Schaffen von Rudolf Greinz“ in Nr. 10/12 des Jahrgang 1942 der „Heimatblätter“, auf den Seiten 98 ff abgedruckt. Unter gleichem Titel und ähnlich umfangreich hat derselbe Autor eine Biographie für „Allerhand Leut´“, den ersten von drei zum 80. Geburtstag von Greinz erschienenen Gedenkbänden verfasst. Auch dem zum 100. Geburtstag herausgegebenen Gedächtnisband „Hinter der Ofenbank“ ist eine Biographie vorangestellt, geschrieben von Dr. Georg Ott, dem Enkel des Schriftstellers. Im Jahre 1995 hat Agnes Plunger eine Diplom-Arbeit unter dem Titel verfasst: "Rudolf Greinz. Werkverzeichnis. Mit einer Analyse seines Romans Königin Heimat."

 

Die nur kurzzeitig erschienene „Monatsschrift für alpenländische volkstümliche Belletristik, s` Nullerl“, brachte in ihrer Nummer 4 vom 15. April 1913 eine Skizze von Hans Blaas. Er widersprach Fickers Ansicht und charakterisierte Greinz als „ein rechtes Beispiel für des Tiroler Urbodens unerschöpfliche Kraft … Greinz offenbart sich … als genauer … feiner Kenner seines Volkes …“. Nummer 5 der genannten Zeitschrift bringt ergänzend ein Porträt und zwei Erzählungen des damals schon weit bekannten Dichters.

 

Soweit Greinz und andere Autoren Sammelbände herausgegeben haben, wurde i.d.R. eine Vita der Dichter vorgestellt, deren Beiträge abgedruckt waren. Beispielhaft ist auf die Hausbücherei der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung zu verweisen. Für deren 2. Band, Dorfgeschichten, Hamburg-Großborstel 1904, hat Karl Bienenstein, ein zeitgenössischer Schriftsteller aus Wien, eine Kurzbiographie zur Greinz´schen Novelle „Simerls guter Tag“ verfasst. Zu dem im Jahre 1912 erschienenen Sammelband „Tiroler Bergluft. Lustige Geschichten“ hat der Herausgeber J. K. Ratislav eine elf Druckseiten lange Einleitung über Leben und Werk von Greinz beigesteuert. 

 

Eine eingehende Würdigung des Greinz´schen Schaffens findet sich in Band III der von Nagl-Zeidler-Castle um 1920 herausgegebenen Deutsch-Österreichischen Literaturgeschichte. Auf deren Seiten 1298 ff. wird Greinz als der „für breite Kreise der Lesewelt Deutschlands und darüber hinaus bis nach Amerika typische Vertreter des Tiroler Schrifttums“ vorgestellt. 

 

Im „Tirol-Heft“ der Löns-Gedächtnis-Stiftung aus dem Jahre1926/27 geht Prof. Dr. Stammler  ausführlich auf die literarische Tätigkeit von Rudolf Greinz ein. Nachdem Greinz dem Herausgeber zunächst eine Absage erteilt hatte, eine eigene Arbeit zur Verfügung zu stellen, hat sich die Stiftung nochmals mit einem Schreiben vom 18. Februar 1926 an den Dichter mit den Worten gewandt: „Wir können uns das geplante Tirol-Heft eigentlich nicht vorstellen, wenn Sie selbst … gänzlich darin fehlen würden.“ Offensichtlich hat Greinz die im selben Schreiben noch einmal erbetene „kleine Skizze oder Novellette, die in Tirol spielt oder Tiroler Wesen zeigt“, doch noch geliefert.